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Dies ist ein Web-Verzeichnis und eine Quellensammlung zum Thema "Huren" und "Sexarbeit". Diese Site beschäftigt sich nicht mit Pornographie. Hier sollen Frauen nicht auf Vulva, Vagina, Busen, Hintern und lange Beine reduziert werden. Sie sollen auch selbst zu Wort kommen. Dies ist keine Site für oder gegen irgend jemanden oder irgend etwas. Es soll nur in berichtender Form widergespiegelt werden, wie sich die Erscheinung, die häufig mit dem sehr häßlichen und heute wenig passenden Wort Prostitution umschrieben wird, im World Wide Web darstellt und wie sie dargestellt wird. Während die Pornographie durch ein starkes voyeuristisches Element gekennzeichnet ist, geht es hier um die höchstpersönliche Erbringung von sexuellen Dienstleistungen von Mensch zu Mensch.

Sex gegen Geld hat in früheren Jahren im deutschsprachigen World Wide Web einen eher geringen Stellenwert besessen. Mit den zu Beginn des Jahres 2002 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen und den zuvor schon ergangenen Gerichtsentscheidungen, die mit der alten Anschauung, Prostitution sei sittenwidrig, brachen, ist die Sexarbeit jetzt zu einem (fast) salonfähigen Beruf geworden, zumal immer wieder kleinere Skandälchen zeigen, dass auch manch hochangesehener Bürger gerne die Dienste von Huren in Anspruch nimmt. Die wenigen Kämpfer gegen die "käufliche Liebe" sind jetzt zu Moralaposteln degradiert, während an deutschen Schulen inzwischen schon Aufsätze zu diesem Thema geschrieben werden.

Auch die Wirtschaftswissenschaftler haben die an den Männern hart arbeitenden Frauen inzwischen entdeckt und stellen Überlegungen an, wie durch Sexarbeit das Bruttosozialprodukt gesteigert werden könnte. 0,4 % Wirtschaftswachstum erscheinen bei völliger Deregulierung des Marktes für sexuelle Dienstleistungen möglich - das Management der deutschen Industrie leistet da vergleichweise wenig. Da die Huren in ihrer Gesamtheit mit ihrem Umsatz einen Wirtschaftsfaktor darstellen, der sich mit den Spitzenindustrien messen kann, können großzügige und eifrige Freier vermutlich bald mit der Verleihung von Auszeichnungen rechnen.

Trotz dieser aktuellen Entwicklung hat sich für die Sexarbeiterinnen selbst nicht viel geändert. Die Hure ist nachwievor "dieses obskure Objekt der Begierde". Zwar wird es für Huren langsam selbstverständlich, sich im World Wide Web - möglichst sogar mit eigener Website - zu präsentieren, die meisten Gesichter bleiben jedoch verdeckt und die angebotenen Leistungen werden blumig umschrieben. Auffällig sind dabei die zumeist guten Fremdsprachenkenntnisse (z. B. Französisch) und die häufig vorhandene mathematische Begabung ("69" ist dabei keine Preisangabe!).

Zwar gibt es inzwischen schon Freierforen, in denen die Leistungen der Huren im Sinne eines effizienten Verbraucherschutzes nüchtern und ohne Erotik kommentiert werden, aber es scheint, dass die meisten Huren selbst noch nicht viel sagen dürfen - außer in Talk-Shows im Fernsehen, wo Huren schon seit Jahren gerne als echtes Schmankerl vermarktet werden. Aber auch dort dürfen sie nicht unbedingt sagen, was sie wollen, sondern werden von routinierten Moderatoren verhört.

Es fällt auch auf, dass sich unsere Sexarbeiterinnen mehr und mehr den Gegebenheiten eines offenen Marktes anpassen. Nicht nur dass eine Internetpräsenz langsam selbstverständlich wird, es werden auch die in anderen Dienstleistungsbranchen üblichen Marketingstrategien angewendet. Gelegentlich findet man auf den Websites von Sexarbeiterinnen sogar schon den dezenten Hinweis, dass Sonderpreise für Schüler, Studenten und Rentner möglich sind.

Unser Strafgesetzbuch enthält zwar einen Abschnitt über die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, zugestanden wird die sexuelle Selbstbestimmung einer Hure (und auch der Frau allgemein) aber noch lange nicht. Aber da wird sich vielleicht noch etwas ändern.

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